Liebe ist ein Ereignis,
das sich ereignet,
wenn zwei Menschen
sich nicht schützen,
sondern zeigen.
Liebe und Angst: Zwei Seinszustände
Zwei Ströme fließen durch mein Leben:
Liebe und Angst.
Die Liebe öffnet mich wie die Sonne eine Blüte,
die Angst schließt mich wie die Nacht die Blätter.
Ich kann nicht in beiden zugleich sein.
Jeder Atemzug führt mich auf
den einen oder den anderen Weg.
All meine Gefühle, Sehnsüchte und Bedürfnisse lassen sich auf diese beiden Ursprünge zurückführen. Meine Liebe weitet mein Herz, verbindet mich und schenkt mir den Mut, authentisch zu leben. Meine Angst hingegen trennt mich, engt mich ein und hält mich gefangen im Zweifel.
Selbstliebe als größte Lebensaufgabe
Jesus stellte sie ins Zentrum seiner Botschaft: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ was klar wird wenn der Satz umdreht wird:
Liebe Dich wie deinen Nächsten.
Wie wäre es,
wenn ich mich um mich selbst kümmern würde,
so wie ich mich
um meinen besten Freund kümmern würde?
Damit wird die Diskrepanz zwischen dem wie ich mit mir selbst umgehe, und dem wie liebevoll und fürsorglich ich für einen Freund sorgen würde offensichtlich. Damit es mit meiner Selbstliebe zukünftig besser klappt, ist es sehr hilfreich in mich zu hören um herauszufinden was mich davon abhält wirklich gut für ich zu sorgen.
Und so geht es auch darum endlich mein ‚Licht unter dem Scheffel‘ hervorzuholen und es für mich selbst und für andere scheinen zu lassen!
Das Licht in mir
Meine tiefste Angst ist,
dass ich über alle Maßen mächtig bin.Es ist mein Licht,
das ich am meisten fürchte.Wer bin ich, zu glauben,
dass ich brillant, großartig, begabt
und einzigartig bin?Aber wer bin ich, es nicht zu sein?
Ich bin Teil der Schöpfung.
Mich klein zu machen, nützt der Welt nicht.
Es ist nichts Erleuchtendes daran,
sich selbst klein zu machen.Wir sind geboren,
zu strahlen wie Kinder.Wir wurden geboren,
um die Herrlichkeit, die in uns liegt,
in diese Welt zu bringen.Sie ist in jeder und jedem.
Und wenn ich mein eigenes Licht leuchten lasse,
gebe ich anderen Menschen unbewusst die Erlaubnis,
es ebenso zu tun.Wenn ich mich von meiner eigenen Angst befreie,
befreit mein Dasein andere – ganz von allein.Meine Liebe zu mir selbst bedeutet auch,
nach einem Text von Marianne Williamson
anderen zu erlauben,
in ihr eigenes Licht zu treten.
Welche Wahrheit über die Liebe trage ich in meinem Herzen, die vielleicht schon lange darauf wartet, ausgesprochen zu werden? Die Liebe zur mir Selbst, meinen Nächsten und falls vorhanden zu meinem/r Partner/Partnerin.
Wie kann ich mir selbst im Alltag kleine Erinnerungsanker setzen – Momente der Achtsamkeit, Gesten der Zärtlichkeit, ein liebevolles Wort an mich selbst –, damit meine tiefen Fragen und Antworten nicht verloren gehen im Strudel des Alltags?
Vielleicht reicht schon ein Satz am Spiegel,
ein kurzer Atemzug inmitten der Hektik,
oder das stille Innehalten in einem Gespräch.
So wird meine Liebe nicht nur ein Gedanke,
sondern ein gelebter Seinszustand –
immer wieder neu, Schritt für Schritt.
Paarliebe
Die Liebe zwischen zwei Menschen lebt von den schönen Augenblicken.
Aber sie wächst durch die schwierigen Zeiten, die beide gemeinsam bewältigen.
Die Paarliebe ist die Form der Liebe, die uns am tiefsten prägt und zugleich am meisten herausfordert. Sie ist die Liebe, die uns in die größte Nähe führen kann – und damit auch in die größte Verletzlichkeit. Sie kann unser Herz zu ungeahnten Höhen öffnen und uns das Gefühl schenken, wirklich ganz gesehen und verbunden zu sein. Und sie kann uns ebenso mit unseren tiefsten Ängsten, alten Wunden und dem Schmerz der Trennung konfrontieren. Gerade weil in ihr Sehnsucht und Mut, Zartheit und Verletzlichkeit so unmittelbar nebeneinander stehen, ist sie ein Spiegel unserer innersten Wahrheit. Und so kann es möglich werden:
Liebeserklärung an das Mögliche
Your naked body should belong only to those
Charly Chaplin in einen Brief an seine Tochter
who fall in love with your naked soul.
Vom Tun zum Sein
Intimität als Raum echter Begegnung
Wir leben in einer Welt, die oft auch das Intimste in die Logik von Leistung, Tausch und Konsum drängt. Wo der Körper des anderen konsumiert oder Sexualität als Tauschware verstanden wird, bleibt die Seele unberührt. Doch wahre Nähe lässt sich nicht herstellen oder „machen“ – sie ist kein Ziel, sondern das natürliche Aufblühen von tiefem, gelebtem Vertrauen.
Echte Intimität beginnt lange bevor sich zwei Körper berühren. Sie wurzelt in der alltäglichen Bereitschaft, einander den Rücken zu stärken, verlässlich füreinander da zu sein und einander wirklich zu sehen. Wo diese emotionale Sicherheit herrscht, verliert die Angst vor der eigenen Unvollkommenheit ihre Macht. Erst wenn wir den Mut aufbringen, unsere Schutzpanzer abzulegen, uns in unserer ganzen Verletzlichkeit zu zeigen und ehrlich zu unseren Schwächen zu stehen, entsteht der Raum, in dem sich ein Mensch wahrhaftig fallen lassen kann.
In diesem geschützten Feld des gegenseitigen Gesehenwerdens verwandelt sich die körperliche Begegnung. Sie wird frei von Erwartungsdruck und frei von Bedingungen. Wenn zwei Menschen sich der Verantwortung für ihren gemeinsamen Raum bewusst sind und diesen Schritt aus tiefstem Herzen gemeinsam gehen wollen, wird Sexualität zu einer heiligen Resonanz. Sie ist dann kein flüchtiger Konsum, sondern das Feiern einer bereits bestehenden seelischen Nähe.
Wie zwei Bäume, deren Kronen sich sanft im Wind berühren, weil ihre Wurzeln tief in derselben Erde Halt gefunden haben, wird der Körper hier zum Instrument der Seele. Das ist das Gegenmodell für ein bewusstes Leben: Erst weben wir das Band des Vertrauens und der emotionalen Rückendeckung – und aus dieser Tiefe heraus schenken wir uns eine Begegnung, die beide Partner stärkt, nährt und weit über den Moment hinaus trägt.