Was sich zeigt

im Kontakt mit anderen

Bei meiner Selbstreflektion gilt zu beachten:

  • ich habe alte unbewusste Schutzmechanismen, die damals (überlebens)wichtig waren und die mir die Welt so zurechtlegen, dass ich sie aushalten konnte – heute können sie unbewusst destruktiv sein bei dem was ich gern für mich erreichen möchte
  • ich habe meine blinden Flecken auf die mich unweigerlich nur Menschen in meinem Außen hinweisen können
  • ich werde nie wissen wie ich wirklich auf andere wirke (selbst wenn ich ein ehrliches feedback bekomme, heißt das nicht, das dies durch die ‚Filter‘ des anderen gegangen sind und innerlich vielleicht tatsächlich etwas ganz anderes bewirkt haben)

Vieles in uns bleibt aber unbewusst, solange es nicht von außen berührt wird. Erst durch konkrete Situationen, Begegnungen oder Konflikte kommen alte Themen an die Oberfläche. In diesem Sinn braucht Entwicklung auch das Leben selbst.

Es ist ein wenig wie beim Hinfallen: Wir lernen nicht nur, wieder aufzustehen, sondern auch, gut hinzufallen. Mit der Zeit entsteht Erfahrung im Umgang mit schwierigen Momenten – weniger Überforderung, mehr Bewusstheit, mehr innere Beweglichkeit.

Damit alte Wunden oder Schmerz sich lösen können, müssen sie berührt werden. Bleiben sie ungetriggert, wirken die alten unbewussten Schutzmechanismen weiter. Erst im Kontakt mit einer konkreten Situation entsteht die Möglichkeit, innezuhalten, neu zu sortieren und die Dinge aus einer erwachsenen Perspektive zu betrachten.

Deshalb lässt sich nicht alles allein durch Selbstreflexion klären. Es braucht den Moment, der etwas in Bewegung bringt, und die Bereitschaft, das eigene Erleben und Verhalten ehrlich anzuschauen.

Gute Freunde sind hier besonders wertvoll indem sie mir, idealerweise liebevoll, aktiv ihre Wahrheit und ihre Wahrnehmung mitteilen, auch wenn es für mich selbst manchmal unangenehm oder schmerzhaft ist. Nur so kann ich auch meine eigene blinden Flecken identifizieren und erfahren, wie ich auf andere wirke.